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Frank Hartmannsgruber wird neuer Revierleiter in der Neckarstadt

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Polizeioberrat Frank Hartmannsgruber (Archivbild 2014) | Foto: Polizeipräsidium Mannheim

Die Versetzung des bisherigen Neckarstädter Revierleiters Peter Albrecht zum Polizeirevier Wiesloch erfolgt zum 1. Oktober 2018.

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Wie uns das Polizeipräsidium auf Nachfrage mitteilt, wird sein Nachfolger – zunächst als kommissarischer Leiter – Polizeioberrat Frank Hartmannsgruber sein, der zuvor seit 2014 das Polizeirevier Oststadt im Gebäude des Polizeipräsidiums leitete.

Zehn Jahre aufgebautes Vertrauen

Das Polizeirevier Neckarstadt | Foto: M. Schülke

Nach zehn Jahren kommt ein Neuer in die Neckarstadt und tritt ein schweres Erbe an. Er übernimmt den Posten von Peter Albrecht (52), der als sehr engagiert und auch bürgernah gilt. Bereits seit einiger Zeit deuteten sich Spannungen mit Vorgesetzten im Präsidium an. Hatte Albrecht zuvor auf kaum einer öffentlichen, bezirkspolitischen Veranstaltung gefehlt und dort der Politik und Bürger*innen als Ansprechpartner der Polizei im Quartier zur Verfügung gestanden, zog sich der beliebte Beamte in letzter Zeit spürbar zurück und sein Stellvertreter Ralf Maudanz gewann an Präsenz. Hinter vorgehaltener Hand munkelte man, dass der meinungsstarke der 52-Jährige den Vorgesetzten mit seiner direkten Art auf die Füße getreten und „zurückgepfiffen“ worden sei. Sehr zum Verdruss der Neckarstädter*innen. In Zeiten, in denen die Polizei immer mehr das Vertrauen und den Respekt der Bevölkerung verliert, ist dies ein fatales Zeichen. Hier war ein Polizeibeamter, dem vertraut wurde und der im Stadtteil Respekt genoss. Albrecht formte nach seinen eingeschränkten Möglichkeiten zehn Jahre lang die Arbeit und das Bild der Polizei in der Neckarstadt zum Positiven. Der vormals schlechte Ruf des Reviers verbesserte sich merklich. Der scheidende Revierleiter, der 1989 genau in der Waldhofstraße seine Laufbahn im freiwilligen Polizeidienst begonnen hatte, ging keiner schwierigen Frage aus dem Weg. Von ihm konnte man Klartext erwarten. Weder redete er Probleme schön noch schlecht.

„Ich bedauere seinen Weggang“

Auch in der Bezirkspolitik kam der Polizeioberrat gut an. So schreibt der langjährige CDU-Bezirksbeiratssprecher Christian Stalf auf unsere Anfrage: „Peter Albrecht hat als Revierleiter in der Neckarstadt eine tolle Arbeit geleistet. Er nahm auch in den Bezirksbeiratssitzungen bei schwierigen Themen kein Blatt vor dem Mund. Das kam bei den Sitzungen in der Bevölkerung gut an, weil er nicht um den heißen Brei herumgeredet hat. Ich bedauere seinen Weggang.“ Mit dem Blick in die Zukunft ergänzt er: „Die in seiner Dienstzeit erzielten Erfolge waren aber auch eine Teamleistung. Sein Nachfolger Frank Hartmannsgruber kann mit dem Team darauf aufbauen. Er bringt durch seine Arbeit als Leiter des Oststadtreviers und zahlreiche Polizeieinsätze viel Erfahrung mit. Wir sind gespannt, welche neuen Akzente er setzen wird. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit Frank Hartmannsgruber“, schließt Stalf.

Der Nachfolger in der Waldhofstraße blickt tatsächlich auf eine erfahrungsreiche Zeit beim Revier in der Mannheimer Oststadt zurück. Zum einen leitete er mehrere Einsätze bei Festivals wie „Toxicator“ und „Time Warp“, zum anderen wurde er einer breiteren Öffentlichkeit durch die vielen nächtlichen Einsätze bekannt, als am Drehkreuz am Mannheimer Hauptbahnhof die ankommenden Flüchtlinge zur Verteilung und Weiterfahrt in andere Städte empfangen wurden.

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Verantwortlich soll das Innenministerium sein

Nahtlos wird der Übergang nicht gelingen. Das Polizeipräsidium hat hier unnötig Vertrauen verspielt. Dort wird zwar darauf hingewiesen, dass personelle Entscheidungen zur Besetzung von Stellen des höheren Dienstes der Polizei des Landes Baden-Württemberg generell dem Innenministerium oblägen. Sogenannte „Personalrochaden“, von denen Polizeipräsident Thomas Köber wiederholt im Gespräch mit dem Mannheimer Morgen sprach, gebe es nicht. Wer nun für die Versetzung Albrechts den Stein ins Rollen gebracht hat, wird wohl ein gut gehütetes Geheimnis der Verantwortlichen bleiben, es kann aber davon ausgegangen werden, dass der Polizeipräsident bei solchen Entscheidungen durchaus ein Wort mitzureden hat und wer sollte im Ministerium fern von Mannheim ein besonderes Interesse an einer vergleichsweise unbedeutenden Personalentscheidung haben? „Über Personalpolitik wird nicht auf der Straße entschieden“, sagte Köber dem Mannheimer Morgen Ende Juli.

Frank Hartmannsgruber hat man mit diesem Vorgehen jedenfalls keinen Gefallen getan. Er muss dies nun womöglich bei der Bevölkerung ausbaden, obwohl ihn ja bestimmt keine Schuld an dem unerwünschten Wechsel trifft. Es steht zu hoffen, dass er schnell das Vertrauen der Quartiersnetzwerke und der Neckarstädter Bürger*innen gewinnen kann. Er tritt in dieser Hinsicht in riesengroße Fußstapfen.

Zur Person: Frank Hartmannsgruber

Polizeiliche Laufbahn:
Hartmannsgruber begann seine Laufbahn bei der Polizei im mittleren Polizeivollzugsdienst und war Streifenbeamter in Ludwigsburg ehe er das Studium zum gehobenen Polizeivollzugsdienst absolvierte. Als Polizeikommissar war er dann Dienstgruppenleiter in Bietigheim-Bissingen und anschließend in seiner Heimatstadt Wertheim. Im Rahmen des Auswahlverfahrens zum höheren Polizeivollzugsdienst durchlief er weitere Stationen, zunächst im Stab des Landespolizeipräsidiums Stuttgart und beim Landeskriminalamt Baden-Württemberg. Neben weiteren Stationen war er Leiter des Bezirks- und Ermittlungsdienstes in Künzelsau, bevor er eine Lehrtätigkeit an der Polizeiakademie ausübte. Nachdem er in Münster den Masterstudiengang für den höheren Polizeivollzugsdienst absolviert hatte, war er 2009 zum Polizeipräsidium Mannheim versetzt worden. Dort leitete er zunächst das Polizeirevier Ladenburg, bevor er 2014 Leiter des Polizeireviers Mannheim-Oststadt wurde. (Quelle: Pressemitteilung des Polizeipräsidiums aus dem Jahr 2014)

Privatleben:
Hartmannsgruber wurde vor 44 Jahren in Wertheim geboren und ist Vater eines Sohnes. Zu seinen Hobbys gehört Tennisspielen. (Quelle: MM)


Anm. d. Red.: Es laufen noch zwei Presseanfragen in dieser Sache, die nicht rechtzeitig zur Veröffentlichung beantwortet wurden. Gegebenenfalls werden Informationen daraus noch später in den Artikel eingepflegt.

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