Die Stadtverwaltung sieht sich mit dem Riesenrad am Neckar schon in der Tradition des "London Eye" (Archivbild) | Foto: M. Schülke
Die Stadt setzt auf ein kommerzielles Angebot, um den Alten Messplatz bis zum Baustart des Forums Deutsche Sprache zu beleben.
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In der jüngsten Sitzung des Bezirksbeirats Neckarstadt-Ost informierte die Stadtverwaltung über den aktuellen Sachstand des Forums Deutsche Sprache sowie die geplante Zwischennutzung des Areals bis Baubeginn. Zunächst ging es um das Bauvorhaben und die damit verbundenen Veränderungen.
Einblick in das Forum Deutsche Sprache
Museum, Forschungsstätte und offener Begegnungsort – der überarbeitete Entwurf gibt weiterhin allen Funktionen des Forums Deutsche Sprache am südlichen Alten Messplatz in Mannheim Raum (Planungsstand 01/2025) | Bildrechte: HENN
Prof. Dr. Henning Lobin, Direktor des Leibniz-Instituts für Deutsche Sprache (IDS), und Projektleiterin Elena Schoppa-Briele gaben einen ausführlichen Einblick in das Vorhaben. Die Entwurfsplanung des Forums sei abgeschlossen. Nach einer Kostenkorrektur, bei der unter anderem das Untergeschoss gestrichen wurde, liege das Projekt nun wieder im finanziellen Rahmen, den die Klaus-Tschira-Stiftung als Bauherrin und spätere Schenkerin vorgegeben hat (wir berichteten). Das IDS wird Betreiberin des Forums, die Stadt Mannheim stellt das Grundstück im Erbbaurecht zur Verfügung und verantwortet die Platzgestaltung. Deren Umsetzung nach Fertigstellung des Forums Deutsche Sprache sei bereits durch eine Bürgerbeteiligung vorbereitet (wir berichteten).
Einsparungen betreffen nicht das programmatische Angebot
Architektonisch bleibt der Entwurf erhalten. Der transparente, werkstattartige Charakter mit Holzlamellen und vorgespannter Fassadenfolie soll einladend wirken. Die Einsparungen betreffen vor allem das Gebäude selbst, jedoch nicht das programmatische Angebot. Die Einsparungen wurden vor allem durch den Verzicht auf das ursprünglich geplante Untergeschoss erreicht. Dadurch wird auch die Haustechnik statt im gestrichenen Untergeschoss auf dem Dach untergebracht. Neben den technischen Einrichtungen wird auf dem Dach Platz für eine öffentlich zugängliche Terrasse mit Rundumblick geschaffen. Innen wird das Forum auf vier Etagen Angebote machen: Im dritten Stock ist eine interaktive Dauerausstellung mit dem Titel „Sprachkosmos“ geplant. Themen wie Mehrsprachigkeit, Sprache und Technologie oder Sprachgeschichte sollen dort erfahrbar gemacht werden.
Das zweite Obergeschoss wird für Wechselausstellungen genutzt. Im ersten Geschoss befindet sich die Sprachwerkstatt: Hier sollen Besucher*innen an der Sprachforschung mitwirken. „Sprachspenden“ in Form von Tonaufnahmen, WhatsApp-Dialogen oder Interviews sind Teil des bürgerwissenschaftlichen Konzepts. Auch Kinder und Jugendliche werden gezielt angesprochen.
Im Erdgeschoss sind Veranstaltungsflächen und ein Empfangsbereich vorgesehen. Das Gebäude wird kein Museum im klassischen Sinne. Es soll vielmehr ein Ort der Begegnung und des Austauschs werden – eben ein „Forum“.
So sollen die Angebote im Forum Deutsche Sprache zukünftig angeordnet sein | Foto: M. Schülke
Das Forum als aktiver Stadtteilakteur
Projektleiterin Schoppa-Briele betonte, dass das Forum Deutsche Sprache kein Fremdkörper im Stadtteil sein solle. Es wolle vielmehr als aktiver Stadtteilakteur wirken und setze bereits auf enge Kooperationen mit Schulen, Vereinen und Institutionen der Neckarstadt. So gebe es das Projekt „Sprach-Checker“ mit mehrsprachigen Grundschulkindern, in dem Kinder ihre Sprachkenntnisse als Stärke erleben sollen. Auch mit der Alten Feuerwache, dem Campus Neckarstadt-West und POW e.V. sei man im Austausch.
Kommerzielle Zwischennutzung vor Baubeginn
Vor der Einrichtung der Baustelle und dem Bau des Forums Deutsche Sprache wird es eine weitere Zwischennutzung neben dem ALTER-Projekt geben, um den Platz zu beleben. Daphne Hadjiandreou-Boll vom Fachbereich Demokratie und Strategie stellte die Planungen vor: Von Mitte Mai bis Mitte September 2025 soll ein Riesenrad („Le Grand Soleil“) samt Kinderkarussell, Bierbänken und Toilettenwagen aufgebaut werden. Betreiber ist die Firma Göbel aus Worms. Das Riesenrad hat eine Höhe von 48 Metern und besitzt 36 geschlossene Gondeln. Es steht sonst oft im Frühjahr und Herbst auf dem Neuen Messplatz.
Überblick der Pläne der Stadt Mannheim auf dem südlichen Alten Messplatz | Foto: M. Schülke
Freikarten für Kinder aus einkommensschwachen Haushalten
Ein Kontingent an Freikarten für Kinder aus einkommensschwachen Familien sei mit dem Betreiber bereits vereinbart worden. Die Details – etwa Uhrzeiten, Preise und technische Anforderungen – sollen zeitnah öffentlich kommuniziert werden.
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Bezirksbeirat reagiert mit gemischten Gefühlen auf das Riesenrad
Dass es ausgerechnet ein Riesenrad geworden ist, stieß im Bezirksbeirat auf gemischte Reaktionen. Sascha Brüning (SPD) fragte nach der Standfestigkeit des Untergrunds – bei der Planung des Gebäudes für das Forum Deutsche Sprache war das ein Thema gewesen. Laut Verwaltung seien die Anforderungen für ein Riesenrad jedoch andere.
Teresa Curcio (Linke) und Stadtrat Dennis Ulas (Linke) äußerten Zweifel an der Eignung des Fahrgeschäfts als kinder- und jugendgerechtes Angebot. Auch sei fraglich, ob das kommerzielle Format nicht gegen die ursprünglich intendierte konsumfreie Nutzung stehe. Carmen Fontagnier (Grüne) kritisierte, dass die Stadt bei der Bewerbung der Zwischennutzung zu wenig unternommen habe, um Vorschläge aus der Bürgerschaft zu erhalten – etwa durch Flyer, Veröffentlichungen im Amtsblatt oder digitale Kanäle.
Bürgerbeteiligung und zukünftige Kooperationen
Ein wiederkehrendes Thema der Diskussion war die Beteiligung der Zivilgesellschaft. Zwar habe die Stadtverwaltung laut Hadjiandreou-Boll Initiativen und Akteure angesprochen. Aus der Bürgerschaft seien jedoch nur wenige Angebote eingegangen – möglicherweise auch, weil das Zeitfenster für Rückmeldungen zu kurz war.
Elena Schoppa-Briele erklärte, dass eine Kooperation zwischen dem Forum Deutsche Sprache und POW e.V. ursprünglich im Rahmen der Zwischennutzung auf der Fläche vorgesehen war. Nachdem sich die Stadt nun für ein kommerzielles Angebot entschieden hat, soll die Zusammenarbeit zu einem späteren Zeitpunkt und an einem anderen Ort stattfinden.
Verbesserung des Sicherheitsgefühls
Ein zentrales Ziel der Zwischennutzung ist laut Verwaltung, das Sicherheitsgefühl auf dem Platz zu verbessern. Die südliche Platzhälfte war in den vergangenen Monaten zunehmend ein Brennpunkt – insbesondere in den Abend- und Nachtstunden. Polizei und die städtische Ordnungsbehörde sollen während der Bespielung verstärkt präsent sein. Auch der Betreiber des Riesenrads habe ein Eigeninteresse an einem sicheren Umfeld, so David Linse vom OB-Dezernat.
Zwischen Zweifeln und Optimismus
Altstadtrat Thomas Trüper äußerte sich skeptisch zur Wahl des Riesenrads. Er verwies auf seine Beobachtungen vom Neuen Messplatz, wo das Fahrgeschäft regelmäßig aufgebaut wird. Dort sei es selten gut besucht. Ein solches Angebot ziehe zwar Blicke an, sei jedoch kein echter Publikumsmagnet – und womöglich auch nicht wirtschaftlich tragfähig.
Dennis Ewert vom Aktionsbündnis Alter Messplatz erinnerte an das bürgerschaftliche Engagement der vergangenen Jahre. Das Bündnis habe sich gegründet, um das Projekt „ALTER“ zu retten und den Platz als sozialen Ort zu erhalten. Trotz mancher Enttäuschung über ausgebliebene Förderungen sei nun ein Fortschritt sichtbar. Besonders begrüßte Ewert, dass es konkrete Planungen zur Kooperation zwischen POW e.V. und dem Forum Deutsche Sprache gebe.
Im Bezirksbeirat herrschte Einigkeit darüber, dass die jetzige Lösung ein Kompromiss sei. Ob das Riesenrad tatsächlich zur Belebung des Platzes beiträgt oder neue Probleme schafft, wird sich zeigen. Bürgermeister Dirk Grunert äußerte sich mit Optimismus: „Wir probieren einfach mal was aus.“
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Die Stadt setzt auf ein kommerzielles Angebot, um den Alten Messplatz bis zum Baustart des Forums Deutsche Sprache zu beleben.
In der jüngsten Sitzung des Bezirksbeirats Neckarstadt-Ost informierte die Stadtverwaltung über den aktuellen Sachstand des Forums Deutsche Sprache sowie die geplante Zwischennutzung des Areals bis Baubeginn. Zunächst ging es um das Bauvorhaben und die damit verbundenen Veränderungen.
Einblick in das Forum Deutsche Sprache
Prof. Dr. Henning Lobin, Direktor des Leibniz-Instituts für Deutsche Sprache (IDS), und Projektleiterin Elena Schoppa-Briele gaben einen ausführlichen Einblick in das Vorhaben. Die Entwurfsplanung des Forums sei abgeschlossen. Nach einer Kostenkorrektur, bei der unter anderem das Untergeschoss gestrichen wurde, liege das Projekt nun wieder im finanziellen Rahmen, den die Klaus-Tschira-Stiftung als Bauherrin und spätere Schenkerin vorgegeben hat (wir berichteten). Das IDS wird Betreiberin des Forums, die Stadt Mannheim stellt das Grundstück im Erbbaurecht zur Verfügung und verantwortet die Platzgestaltung. Deren Umsetzung nach Fertigstellung des Forums Deutsche Sprache sei bereits durch eine Bürgerbeteiligung vorbereitet (wir berichteten).
Einsparungen betreffen nicht das programmatische Angebot
Architektonisch bleibt der Entwurf erhalten. Der transparente, werkstattartige Charakter mit Holzlamellen und vorgespannter Fassadenfolie soll einladend wirken. Die Einsparungen betreffen vor allem das Gebäude selbst, jedoch nicht das programmatische Angebot. Die Einsparungen wurden vor allem durch den Verzicht auf das ursprünglich geplante Untergeschoss erreicht. Dadurch wird auch die Haustechnik statt im gestrichenen Untergeschoss auf dem Dach untergebracht. Neben den technischen Einrichtungen wird auf dem Dach Platz für eine öffentlich zugängliche Terrasse mit Rundumblick geschaffen. Innen wird das Forum auf vier Etagen Angebote machen: Im dritten Stock ist eine interaktive Dauerausstellung mit dem Titel „Sprachkosmos“ geplant. Themen wie Mehrsprachigkeit, Sprache und Technologie oder Sprachgeschichte sollen dort erfahrbar gemacht werden.
Das zweite Obergeschoss wird für Wechselausstellungen genutzt. Im ersten Geschoss befindet sich die Sprachwerkstatt: Hier sollen Besucher*innen an der Sprachforschung mitwirken. „Sprachspenden“ in Form von Tonaufnahmen, WhatsApp-Dialogen oder Interviews sind Teil des bürgerwissenschaftlichen Konzepts. Auch Kinder und Jugendliche werden gezielt angesprochen.
Im Erdgeschoss sind Veranstaltungsflächen und ein Empfangsbereich vorgesehen. Das Gebäude wird kein Museum im klassischen Sinne. Es soll vielmehr ein Ort der Begegnung und des Austauschs werden – eben ein „Forum“.
Das Forum als aktiver Stadtteilakteur
Projektleiterin Schoppa-Briele betonte, dass das Forum Deutsche Sprache kein Fremdkörper im Stadtteil sein solle. Es wolle vielmehr als aktiver Stadtteilakteur wirken und setze bereits auf enge Kooperationen mit Schulen, Vereinen und Institutionen der Neckarstadt. So gebe es das Projekt „Sprach-Checker“ mit mehrsprachigen Grundschulkindern, in dem Kinder ihre Sprachkenntnisse als Stärke erleben sollen. Auch mit der Alten Feuerwache, dem Campus Neckarstadt-West und POW e.V. sei man im Austausch.
Kommerzielle Zwischennutzung vor Baubeginn
Vor der Einrichtung der Baustelle und dem Bau des Forums Deutsche Sprache wird es eine weitere Zwischennutzung neben dem ALTER-Projekt geben, um den Platz zu beleben. Daphne Hadjiandreou-Boll vom Fachbereich Demokratie und Strategie stellte die Planungen vor: Von Mitte Mai bis Mitte September 2025 soll ein Riesenrad („Le Grand Soleil“) samt Kinderkarussell, Bierbänken und Toilettenwagen aufgebaut werden. Betreiber ist die Firma Göbel aus Worms. Das Riesenrad hat eine Höhe von 48 Metern und besitzt 36 geschlossene Gondeln. Es steht sonst oft im Frühjahr und Herbst auf dem Neuen Messplatz.
Freikarten für Kinder aus einkommensschwachen Haushalten
Ein Kontingent an Freikarten für Kinder aus einkommensschwachen Familien sei mit dem Betreiber bereits vereinbart worden. Die Details – etwa Uhrzeiten, Preise und technische Anforderungen – sollen zeitnah öffentlich kommuniziert werden.
Bezirksbeirat reagiert mit gemischten Gefühlen auf das Riesenrad
Dass es ausgerechnet ein Riesenrad geworden ist, stieß im Bezirksbeirat auf gemischte Reaktionen. Sascha Brüning (SPD) fragte nach der Standfestigkeit des Untergrunds – bei der Planung des Gebäudes für das Forum Deutsche Sprache war das ein Thema gewesen. Laut Verwaltung seien die Anforderungen für ein Riesenrad jedoch andere.
Teresa Curcio (Linke) und Stadtrat Dennis Ulas (Linke) äußerten Zweifel an der Eignung des Fahrgeschäfts als kinder- und jugendgerechtes Angebot. Auch sei fraglich, ob das kommerzielle Format nicht gegen die ursprünglich intendierte konsumfreie Nutzung stehe. Carmen Fontagnier (Grüne) kritisierte, dass die Stadt bei der Bewerbung der Zwischennutzung zu wenig unternommen habe, um Vorschläge aus der Bürgerschaft zu erhalten – etwa durch Flyer, Veröffentlichungen im Amtsblatt oder digitale Kanäle.
Bürgerbeteiligung und zukünftige Kooperationen
Ein wiederkehrendes Thema der Diskussion war die Beteiligung der Zivilgesellschaft. Zwar habe die Stadtverwaltung laut Hadjiandreou-Boll Initiativen und Akteure angesprochen. Aus der Bürgerschaft seien jedoch nur wenige Angebote eingegangen – möglicherweise auch, weil das Zeitfenster für Rückmeldungen zu kurz war.
Elena Schoppa-Briele erklärte, dass eine Kooperation zwischen dem Forum Deutsche Sprache und POW e.V. ursprünglich im Rahmen der Zwischennutzung auf der Fläche vorgesehen war. Nachdem sich die Stadt nun für ein kommerzielles Angebot entschieden hat, soll die Zusammenarbeit zu einem späteren Zeitpunkt und an einem anderen Ort stattfinden.
Verbesserung des Sicherheitsgefühls
Ein zentrales Ziel der Zwischennutzung ist laut Verwaltung, das Sicherheitsgefühl auf dem Platz zu verbessern. Die südliche Platzhälfte war in den vergangenen Monaten zunehmend ein Brennpunkt – insbesondere in den Abend- und Nachtstunden. Polizei und die städtische Ordnungsbehörde sollen während der Bespielung verstärkt präsent sein. Auch der Betreiber des Riesenrads habe ein Eigeninteresse an einem sicheren Umfeld, so David Linse vom OB-Dezernat.
Zwischen Zweifeln und Optimismus
Altstadtrat Thomas Trüper äußerte sich skeptisch zur Wahl des Riesenrads. Er verwies auf seine Beobachtungen vom Neuen Messplatz, wo das Fahrgeschäft regelmäßig aufgebaut wird. Dort sei es selten gut besucht. Ein solches Angebot ziehe zwar Blicke an, sei jedoch kein echter Publikumsmagnet – und womöglich auch nicht wirtschaftlich tragfähig.
Dennis Ewert vom Aktionsbündnis Alter Messplatz erinnerte an das bürgerschaftliche Engagement der vergangenen Jahre. Das Bündnis habe sich gegründet, um das Projekt „ALTER“ zu retten und den Platz als sozialen Ort zu erhalten. Trotz mancher Enttäuschung über ausgebliebene Förderungen sei nun ein Fortschritt sichtbar. Besonders begrüßte Ewert, dass es konkrete Planungen zur Kooperation zwischen POW e.V. und dem Forum Deutsche Sprache gebe.
Im Bezirksbeirat herrschte Einigkeit darüber, dass die jetzige Lösung ein Kompromiss sei. Ob das Riesenrad tatsächlich zur Belebung des Platzes beiträgt oder neue Probleme schafft, wird sich zeigen. Bürgermeister Dirk Grunert äußerte sich mit Optimismus: „Wir probieren einfach mal was aus.“
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